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Man schenkt keinen Hund

Kritische Auseinandersetzung mit dem staatlichen Integrationsimperativ und seine pädagogischen Effekte in den Deutschlehrwerken für Zuwander*innen

Zahlreiche Abbildungen

Text in mehreren Sprachen

Herbst 2018

Gedruckt erhältlich bei / printed available at: Archive Books

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Deutsch

Die Publikation zu dem Ausstellungsprojekt „Man schenkt keinen Hund“ setzt sich in Zusammenarbeit mit Künstler*innen, Autor*innen, Kunstvermittler*innen, wie Dozent*innen und Kursteilnehmer*innen von „Integrationskursen“ mit dem herrschenden Integrationsimperativ auseinander und untersucht, wie sich dieser in den vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge autorisierten Lehrwerken für „Integrationskurse“ für Zuwander*innen pädaogogisch niederschlägt. Die Publikation ist als Reader in einem offenen „diskursanalytischen“ Sinne angedacht.

In der Menge der gegenwärtig auf dem Markt erhältlichen vom BAMF autorisierten Deutschlehrwerke für „Integrationskurse“ wird Migration, werden ihre Akteur*innen in erster Linie aus der Perspektive eines nationalen Blickregimes gezeigt und erzählt. Die als repräsentativ vorgeführte „Mehrheitsgesellschaft“ setzt sich in dieser Logik als „typisch Deutsch“ zusammen – teilweise scheinbar fast unberührt von dem Einwanderungsgeschehen oder den demografischen Verschiebungen der letzten Dekaden.

Es geht uns darum, das in den Lehrwerken – ihren Texten und Bildern – eingeschriebene Verständnis einer Kultur als Ausdruck homogen gedachter nationaler Identität zu problematisieren. Das heißt, aus der konkreten Detail-Anschauung von Repräsentationen und Narrativen eine strukturelle Kritik des Konzepts „Integration“ und seinen Implikationen herauszuarbeiten – auch vor dem Hintergrund aktuell und zyklisch immer wieder geführter Debatten um „Wertegemeinschaft“ und „Leitkultur“.

Beitragende (Stand Februar 2018):

Natalie Bayer, Martin Beck & Katrin Mayer, Zandile Darko, Carola Deye & Nounnou Oumaro, Serge Fouha & Jelka Plate, Aicha Diallo & Danja Erni, Richard Djif, Maria Iorio & Raphaël Cuomo, Anna Kryczyńska-Pham, Karolin Meunier, Karen Michelsen Castañón, Kınay Olcaytu Okzidentalismus-Institut mit Studierenden der Udk / Kunst im Kontext, Elske Rosenfeld, Romy Rüegger, Mithu Sanyal, Eran Schaerf, Aretha Schwarzbach Apithy, Jan Timme

Initiiert von Christine Lemke in Zusammenarbeit mit Scriptings / Achim Lengerer scriptings.net

„Man schenkt keinen Hund“ ist gefördert vom Hauptstadtkulturfonds & vom Bezirkskulturfonds Mitte

Fotos: Gitte Villesen

Christine Lemke

Deutsch

Christine Lemke lebt und arbeitet als Künstlerin & Autorin in Berlin Sie studierte Literaturwissenschaft und Bildende Kunst in Düsseldorf und an der HfbK in Hamburg und hatte ein Postgraduiertenstipendium an der Jan van Eyck Academie in Maastricht, NL

Sie veröffentlicht Essays, Katalogbeiträge und Rezensionen. Das eigene Schreiben bildet oftmals den Ausgangspunkt und Bezugsrahmen ihrer künstlerischen Praxis. Ihre Kombinationen aus angeeignetem Bildmaterial und dazu / damit entstehenden Text-Formen kommen als performative Lesungen, Editionen, Hörstücke oder Videos zur Aufführung & verfolgen dabei einen bildkritischen Ansatz, indem sie autobiographische, historische und soziokulturelle Narrative motivisch herausarbeiten und / oder poetisch wenden.

Zu ihrer künstlerischen Arbeit unterrichtet Christine Lemke Deutsch als Zweitsprache in „Integrationskursen“ in einem Migrantenverein in Neukölln.

Achim Lengerer/Scriptings

Deutsch

Achim Lengerer setzt sich in seiner künstlerischen Praxis mit politischen Wirkungs- und Funktionsweisen von Sprache und Text auseinander. Neben filmischen Tonspuren, Installationen und Publikationen gehören performative Vorträge und Veranstaltungen zu seinen Ausdrucksformen.

Lengerer gründete verschiedene kollaborative Projekte, darunter die freitagsküche in Frankfurt/Main. Seit 2009 betreibt Lengerer den mobilen Ausstellungsraum und Verlag Scriptings.

Zurzeit promoviert Lengerer an der Goldsmiths, University of London, zum Format der theatralen und filmischen Probe als künstlerisches sowie politisches Modell für gesellschaftliche Verhandlungsräume.

2017 Teilnahme an der documenta 14 mit der 21-stündige Radioarbeit different time, different place, different pitch (mit Dani Gal) produziert von Savvy Funk und Deutschlandfunk.