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I Speak Radio

Künstlerischer Essay zur feministischen Aneignung der jungen Radiotechnik der 1920er Jahre und die Lesefassungen von Bromleys radiophonen Walks mit Portraits aus dem Kosovo


Seit 2010 lädt Anna Bromley Künstler*innen und Kulturforscher*innen in das Berliner reboot-Radiostudio, um gemeinsam über Sprache und Stimme im Kontext von Sound, Politik und Alltag nachzudenken. Was als Recherche-Format in einem Künstler*innen-Radio begann, wurde über die Jahre zu eigenständigen Ausstellungsbeiträgen, die das Radio und seine sicht- und unsichtbaren Übertragungskörper in den Blick bzw. in die Ohrmuschel nehmen.

Ich spreche Funk fokussiert auf Bromleys jüngste Radioarbeiten. Den Aufschlag macht das gleichnamige multimediale Essay, das 2023 im Berliner Zentrum für Aktuelle Kunst zu sehen war. Einen umfassenden Komplex im Buch bilden die Radioessays, sonischen Portraits und Zeichnungen aus der Serie A Voice Exists in Voicing, mit der Bromley im Sommer 2022 das Manifesta-Radio in Pristina eröffnet hat. Mit wichtigen Weggefährt*innen spricht sie in einem von Diana McCarty für den deutschen Pavillon der 23. Triennale di Milano produzierten experimentellen Radiogespräch zwischen Tetsuo Kogawa, Alla Mitrofanova, JD Zazie und Anna Bromley.

Die Medienaktivistin Diana McCarty führt auch das einführende Interview mit Anna Bromley über Politiken ansteckender Radiostimmen und einen kritischen Blick auf das Medium Radio in Kunstausstellungen.

Die Kontextualisierung der Manifesta-Arbeit nehmen Catherine Nichols (Kuratorin, Manifesta 14) und Hedwig Fijen (Gründerin und Direktorin der Manifesta) vor. Für weitere Referenzen sorgt ein Index von Bromleys künstlerischen Arbeiten.

Anna Bromley

Anna Bromley ist eine Künstlerin und Autorin in Berlin. Ihr heimliches Radiohören in der zerfallenden DDR bildet den Ausgangspunkt ihrer Recherchen zu klandestinen Protestradios. Einem interdisziplinären und kollaborativen Ansatz folgend, schickt sie ihre eigene Radiostimme auf die Suche nach dem improvisierten Radiosprechen jenseits von staatstragenden Sendern, nach handgelöteten Verstärkern, polizeilichen Überwachungsprotokollen und polyphonen Erinnerungen. Dabei kombiniert sie ihre auditiven Essays mit Objekten und Installationen, Performances und prozesshaften Zeichnungen.

Bromleys Radioassemblagen waren im deutschen Pavillon der 23. Triennale di Milano, auf der Manifesta 14 Pristina, bei beuys2021 Düsseldorf, der Tiflis-Biennale, in der Akademie der Künste der Welt Köln, in der Akademie der Künste und im HKW Berlin, sowie der documenta14 in Kassel zu hören und sehen.

Achim Lengerer (Hg.)

Achim Lengerer setzt sich in seiner künstlerischen Praxis mit politischen Wirkungs- und Funktionsweisen von Sprache und Text auseinander. Neben filmischen Tonspuren, Installationen und Publikationen gehören performative Vorträge und Veranstaltungen zu seinen Ausdrucksformen.

Lengerer gründete verschiedene kollaborative Projekte, darunter die freitagsküche in Frankfurt/Main. Seit 2009 betreibt Lengerer den mobilen Ausstellungsraum und Verlag Scriptings.

2017 Teilnahme an der documenta 14 mit der 21-stündige Radioarbeit different time, different place, different pitch (mit Dani Gal) produziert von Savvy Funk und Deutschlandfunk. Promotion an der Goldsmiths, University of London, UK.

Hg.: Achim Lengerer
Text: Anna Bromley, Diana McCarty, Hedwig Fijen, Tetsuo Hori, Alla Mitrofanova, Catherine Nicols
Zeichnungen: Michael Fesca
Lektorat:
Anita di Bianco
Design:
Julie Högner, Archive Appendix
Design E-Book:
Janine Sack, Camila Coutinho
Englisch
Ca. 200 Seiten, 75 Abbildungen
epub

Frühling 2024

ISBN 978-3-947295-91-3

5,99 Euro

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